Erfolgreicher Auftakt der Schwarzburger Gespräche

Nachricht, veröffentlicht von Ines Kinsky am 09.10.2011

Gut 50 Teilnehmer haben die ersten Schwarzburger Gespräche im Kaisersaal der Schwarzburg erlebt und durch rege Diskussionen mitgestaltet.

Landrätin Marion Philipp bei den Schwarzburger Gesprächen 2011
Landrätin Marion Philipp bei den Schwarzburger Gesprächen 2011

Der Tagungsort war mit Bedacht gewählt worden. In ihrem Vortrag am 08.10. stellte Kristine Glatzel, die Vorsitzende des Fördervereins Schloss Schwarzburg fest, dass von der Schwarzburg über Jahrhunderte Impulse für die Entwicklung der Region ausgegangen sind. Wie der Förderverein Schloss Schwarzburg haben sich auch andere Akteure zu ihrer Verantwortung für die gesamte Region Schwarzatal bekannt. So legte Jens Ungelenk, der Bürgermeister der Stadt Oberweißbach, großen Wert darauf, die in seinem Vortrag vorgestellten Themen Fröbel, Olitäten und Oberweißbacher Bergbahn nicht als städtische sondern als regionale Entwicklungspotentiale für das Schwarzatal darzustellen.

Natürlich wurden in der Tagung die Ergebisse des Tourismuskonzeptes beleuchtet. Die Region setzt sich mit dem Leitbild, in 20 Jahren wieder die führende touristische Region im Thüringer Wald zu sein, ein anspruchsvolles Ziel, dessen Umsetzung nun vom klaren Bekenntnis der Kommunen abhängt. Um die notwendigen Veränderungen anzupacken, bedarf es einer gesicherten Finanzierung. Zu wünschen ist, dass der durchaus mögliche große Wurf nicht vor Ort zerredet wird.

Elisabeth Pauli von der Tourist-Information Limbach ist einer der Partner, die das Tourismuskonzept für die Umsetzung der neuen Marketingstruktur einer "Tourismusgemeinde Schwarzatal" benennt. Frau Paulis Stärken liegen in der Entwicklung und Vermarktung von Pauschalangeboten im Bereich Aktivtourismus. In ihrem Vortrag machte Frau Pauli klar, was professionelles Marketing bedeutet. Nur Schwerpunktsetzung und Zielgruppenorientierung können auf dem heiß umkämpften Tourismusmarkt zum Erfolg führen. Jede Entscheidung für etwas bedeutet zugleich eine Entscheidung gegen etwas. Vermarktet werden können nur Angebote mit einer hohen Qualität. Die Qualität wird künftig auch das entscheidende Kriterium für die viel diskutierte Frage der Auswahl der Touristinfostellen sein. Nicht zur Disposition steht die Entscheidung, dass dort, wo die meisten Gäste in der Region ankommen - nämlich an der Oberweißbacher Bergbahn - eine professionelle Infostelle eingerichtet werden muss. Einig sind sich alle, dass es künftig nur noch eine zentrale Touristinformation geben wird, die als telefonischer Ansprechpartner für Gäste und als Koordinator für den Kontakt mit der Thüringer Tourismus GmbH in Erscheinung tritt und alle weiteren Infostellen koordiniert. Was liegt näher, als diese Aufgabe in Bad Blankenburg - dem Tor zum Schwarzatal - zu sehen.

In der Tagung ging es indes um weit mehr als Tourismus. Rainer Lucas vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie beleuchtete die "Renaissance der Regionen" in einer globalisierten Welt. Professor Harald Kegler von der Bauhaus Universität Weimar empfahl das Schwarzatal angesichts der umfassenden Aktivitäten von regionalen Akteuren als Modellregion für die von der Landesregierung beschlossene "Internationale Bauausstellung 2023". Landrätin Marion Philipp plädierte eindrücklich und mit großem persönlichen Engagement für regionale Wertschöpfungsketten auf der Grundlage eigener Energieressourcen. Neben der grundsätzlichen Entscheidung für den kompletten Mix erneuerbarer Energien wies sie auf die Bedeutung regionaler Wertschöpfung für die kommunalen Haushalte hin. Beispiele für die Wertschöpfung aus der Vermarktung regionaler Produkte präsentierten Ulrike Lilienbecker aus der Rhön und Alexander Pilling aus dem Rheinstädter Grund. Marion Mohr aus Stendal berichtete über ihre erfolgreiche Arbeit im Bereich dezentraler Sozialprojekte - auch das ist ein Feld, in dem enorme Potentiale für das Schwarzatal liegen.  

Die an die Tagung anschließende Exkursion führte zu Stationen des 1. Museumswochenendes im Schwarztal. Nach einer Führung durch Schloss Schwarzburg und Zeughaus durch Frau Glatzel erläutete Herr Möller an der Oberweißbacher Bergbahn die Intentionen seines Unternehmens im Rahmen der touristischen Entwicklung des Schwarzatals. Im Fröbelmuseum Oberweißbach informierten Herr und Frau Worm über erfolgreiche Wege der Vermarktung des Themas Olitäten in Oberweißbach.  

Eine gute Mischung aus Beiträgen überregionaler Experten und von Akteuren aus der Region sorgte für intensive Diskussionen und bot reichlich Stoff zum Nach- und Weiterdenken. Die Schwarzburger Gespräche sollen künftig jedes Jahr stattfinden und unterschiedliche Themen zukunftsfähiger Entwicklung beleuchten.

Die Veranstalter - der Heimatbund Thüringen e.V. und die Leader Aktionsgruppe Saafeld-Rudolstadt e.V. - bedanken sich bei den Teilnehmern für ihr Interesse und die aktive Beteiligung.  

 

Die Schwarzburger Gespräche wurden unterstützt durch:

  • Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
  • Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz / Akademie ländlicher Raum Thüringen
  • Landeszentrale für politische Bildung Thüringen